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Donnerstag, 15. März 2018

Neuer Futterplan


Recherchen in Büchern, im Internet und Gespräche mit Fachleuten.
Was tut man nicht alles um das richtige Futter für sein Pony zu finden? Dabei habe ich darauf geachtet, dass es einen hohen Rauhfaseranteil und wenig Zucker und Stärke enthält. Außerdem soll ihr Zinkspeicher wieder aufgefüllt werden und der ganze Stoffwechsel in Schwung gebracht werden.

Schlussendlich habe ich mich für eine einfache Variante entschieden, um Ems Körper nicht gleich zu überfordern und ihr trotzdem alle nötigen und wichtigen Stoffe zukommen zu lassen.

Als Grundfutter bekommt sie das Agrobs "Leichtgenuss"* und das Landmühle "Vital Müsli"** von Krämer.

Zusätzlich bekommt sie ein Mineralfutter von Agrobs, das "Seniormineral" und das "Zink pur", auch von Agrobs, um den vorhandenen Zinkmangel wieder auszugleichen.

Für ihre Leber bekommt sie Mariendistelsamen und für das Immunsystem getrocknete Hagebutten.

Dieses Futter bekommt sie nun die nächsten drei Monate. Danach werde ich nochmal ein Blutbild machen lassen um zu sehen, ob wir es geschafft haben alle Defizite auszugleichen oder ob wir nochmal etwas anpassen müssen. Grundlegend sollte sich aber schon einiges verbessern und sie sollte sich deutlich wohler fühlen.



Ihre tägliche Mahlzeit für die nächsten drei Monate besteht nun aus:




  • 50 g Agrobs Leichtgenus
  • 100 g Vital Müsli
  • 10 g Agrobs Seniormineral
  • 5 g Agrobs Zink pur
  • 10 g Mariendistelsamen
  • 10 Stk. getrocknete Hagebutten






Außerdem wird sie 1 - 2 mal pro Woche eine Portion (ca. 100g) Mash bekommen. Dafür habe ich das "Bergwiesen-Mash"*** vom Marstall ausgesucht. Dieses ist Getreidefrei und hat viele gute Kräuter, die die Lunge und den Stoffwechsel unterstützen.







Alles in Allem sind wir damit hoffentlich nun auf einem guten Weg und haben an alles Gedacht.
Schmecken tut es auf jeden Fall!









*(Wiesengräser und -kräuter, Grünhafer, Stroh, Hibiskusblüten, Buschrosenblütenblätter, Kornblumenblüten, Ringelblumenblüten)

**(Luzernegrünmehl, Apfeltrester, Reisschalenkleie, Luzerneheu, Leinextraktionsschrot, Johannisbrotstücke, Lignocellulose, Sonnenblumenkerne, Mariendistelöl, Zuckerrohrsirup, Caliumcarbonat, Möhren, Natriumchlorid, Mariendistel. Artischocke, Löwenzahn, Ginkgoblätter, Weißdornblätter)

***(Aufwuchs von Allgäuer Dauergrünland, Leinextraktionsschrot, Apfeltrester, Leinsamen, Zichorienpülpe, Kräuter (Brennnessel, Eukalyptus, Koriander, Fenchelsaat, Eibischblätterkraut, Thymian, Kamille, Bockshornklee, Birkenblätter, Anis, Fichtennadeln, Spitzwegerichkraut, Kümmel, Salbei, Wacholderbeeren, Knoblauchgranulat), Rapsöl, Calciumcarbonat, Biertreber, Bierhefe, Ringelblumenblüten, Bockshornklee, Natriumchlorid)

Freitag, 16. Februar 2018

Der Gesundheit auf der Spur

Pferdegesundheit ist ziemlich knifflig. Viele Faktoren spielen zusammen und man muss immer das ganze Bild im Blick haben. Die Ursache einer Krankheit ist selten ganz einfach zu beantworten. Die Punkte Haltung, Ernährung, Arbeit, Rasse und Alter sagen einem schon ganz gut was das Pony braucht um gesund und glücklich zu sein.

Wenn ich mir Em so angucke, dann ist sie das perfekte Beispiel dafür. Hier möchte ich mal etwas genauer hingucken und zeigen was derzeit ist und woran ich sowohl kurzfristig als auch langfristig arbeite, damit es ihr besser geht und sie dann auch gesund bleibt.


Haltung:
Momentan lebt Em in einem Offenstall mit vielen anderen Pferden und Ponys zusammen, leider ist die Fläche für die Anzahl der Pferde deutlich zu klein, sodass es ein wenig an freier Bewegung mangelt und es auch öfter zu kleinen Auseinandersetzungen kommt. Schön sind die verschiedenen Bereiche, zwischen denen die Ponys wechseln können und das täglich sauber gemacht wird.

In Zukunft soll Em in einen Offenstall mit Paddocktrail in meiner Nähe umziehen, bei dem wesentlich mehr Platz ist und auch um einiges weniger Pferde. Trotzdem soll sie natürlich in einer Herde leben um ausreichend Sozialkontakt zu haben. Dort wird sie dazu angeregt täglich mehrer Kilometer zwischen den Fress-, Trink- und Ruhebereichen zurückzulegen und dank der größeren Fläche können sich Ponys, die sich nicht abgöttisch lieben, gut aus dem Weg gehen.

Ernährung:
Zurzeit bekommt sie ausschließlich Heu und das den ganzen Tag. Außerdem hat sie noch ein Mineral- und Salzleckstein zur Verfügung. Das ist an sich alles was sie braucht, da sie momentan noch nicht gearbeitet wird. Allerdings fehlen ihr einige wichtige Mengen- und Spurenelemente, die durch das Heu nicht abgedeckt werden.

Nach dem aktuellen Blutbild wird ihr Futter nun so angepasst, das sie zusätzlich zum Heu noch Mineralfutter und eine Zinkkur bekommt. Außerdem bekommt sie noch ein paar Kräuter zur Unterstützung des Stoffwechsels. Sobald sie gesundheitlich wieder ganz in Ordnung ist und wir verstärkt mit der Arbeit anfangen, wird auch das Futter nochmal angepasst. Wirklich Kraftfutter wird sie aber sicher nie brauchen.

Arbeit:
Bisher gehen wir nur spazieren. Dabei sind wir, an den zwei Tagen in der Woche an denen ich da bin, jeweils etwa eine Stunde unterwegs. Wir gehen die meiste Zeit Schritt und ab und zu auch mal ein paar Meter Trab. An richtig guten Tagen traben wir schon mehr und sie galoppiert auch mal ein Stück oder macht freudig Bocksprünge auf der Wiese. Arbeit kann man das alle noch nicht nennen, lediglich Bewegung. Aber das ist gut so, denn aufgrund ihrer COB (die nochmal genauer untersucht werden soll) muss ich aufpassen, das ich sie nicht überfordere und muss sie auch hin und wieder etwas bremsen, auch wenn es mir schwer fällt.

Dabei soll es aber nicht bleiben. Neben immer mehr körperlicher Bewegung an der Hand, wie z.B. Langzügelarbeit oder Doppellonge, sollen in Zukunft auch Zirkuslektionen und Freiarbeit Thema werden. Dazu möchte ich mich zu diversen Kursen anmelden um ihr Abwechslung im Training bieten zu können und sie auch ganzheitlich Arbeiten zu können. Auch die kleinen wollen geistig UND körperlich gefordert und gefördert werden.

Rasse und Alter:
Em ist (und bleibt^^) ein Minishetty. Damit gehört sie zu den Robustrassen, die im Allgemeinen eher leichtfuttrig sind. Das hat damit zu tun, das ihr Verdauungstrakt darauf eingestellt ist, aus kragen Gräsern so viel Energie wie möglich zu ziehen. Unsere Wiesen und unser Heu haben viel mehr Energie als die Gräser aus ihrer "Heimat", von daher braucht sie, neben der guten Mineralstoffversorgung, keine zusätzliche Energie, solange sie nicht dementsprechend gearbeitet wird.

Geboren wurde sie 2000. Damit ist sie heute 18 Jahre jung. Ich schreibe bewusst "jung", da Minishettys gut und gern mal 40 Jahre und älter werden können, wohingegen das durchschnittliche Warmblut mit 18 Jahren schon als Rentner zählt und selten älter als 25/30 Jahre wird. Allerdings ist Em damit auch keine 5 Jahre mehr und sollte ebenfalls dementsprechend versorgt werden.

Alles in allem kann und wird noch so einiges verbessert damit sie noch lange an meiner Seite sein kann <3

Freitag, 9. Februar 2018

Einen Schritt vor und zwei zurück.

Spazieren gehen macht nur an einem Tag Spaß. So sieht Em das zumindest^^
Da ich ja momentan nur zwei Tage die Woche zu ihr kann und diese Tage aufeinander folgend sind, sieht sie mich 5 Tage am Stück nicht. Daher ist am ersten Tag die Motivation noch recht hoch und sie läuft freudig mit mir überall hin. Am zweiten Tag ist die Motivation schon nicht mehr ganz so groß und es bedarf ein wenig mehr Geduld und Überzeugung. Aber Bewegung muss sein. Also ab an den Putzplatz und das Wellnessprogramm konnte beginnen.

Diesmal ging unser Spaziergang zum Blut abnehmen. Da mir ihr Allgemeinzustand nicht so gut gefällt und das letze Blutbild schon über 1 Jahr her ist, wurde es mal wieder Zeit. Außerdem steht bei ihr ja das Cushing in Verdacht und da sollte man eh mehrmals im Jahr den ACTH Wert überprüfen lassen.

Und sie war so tapfer! Ich bin mal wieder richtig stolz auf sie. Zur genüge kenne ich Pferde die beim Tierarzt regelrecht an die Decke gehen, sobald die Spritze kommt und zugegeben, ich mag die Dinger auch nicht in meiner Nähe haben. Aber was sein muss, muss leider sein. Und da die Dame auch noch Venen hat die sich gern verstecken, musste die Ärztin sogar zweimal pieken um endlich Blut zapfen zu können. Aber Em hat still gehalten und alles sehr brav über sich ergehen lassen, sodass wir nach ein paar Minuten auch schon wieder gehen konnten.
Im Anschluss ging es gleich in den Roundpen, auf dessen Boden es sich sooooo gut wälzen lässt.
Und dann konnten wir uns auch schon wieder auf den Heimweg machen.

3 Tage später bekam ich dann einen Anruf vom Tierarzt das die vorläufigen Ergebnisse da wären. Laut den Ergebnissen hat Em einen leichten Zinkmangel, den hatte ich schon vermutet. Als ich nach dem ACTH Wert fragte bekam ich eine erfreuliche Nachricht: Alles im grünen Bereich. Und das ohne Medikamente!!!

Allerdings ... seien die Leberwerte recht schlecht und da müsste dringend was gemacht werden... Dahin war die gute Laune.
Mir wurde gleich ein Mittel empfohlen, das helfen soll die Leber wieder zu regenerieren, allerdings müsste auch die Ursache festgestellt werden.
Leberkrankheiten bei Pferden können unter anderem durch Würmer oder Toxine ausgelöst werden. Ich hoffe ich finde die Ursache und kann sie beseitigen. Das Mittel auf Mariendistel-Basis soll dann der Leber helfen sich zu regenerieren. In drei Monaten soll ein erneuter Bluttest zeigen, ob die Werte sich verbessert haben, sonst müsste man anhand einer Biopsie klären, wo das Problem liegt.

Die kompletten Ergebnisse bekomme ich in ein paar Tagen per Mail zugeschickt und werde sie dann gleich an den Tierheilpraktiker meines Vertrauens weiterleiten um das weitere Vorgehen zu besprechen.
Daumen drücken, das bald alles wieder gut wird!


Montag, 29. Januar 2018

Ein richtig guter Tag

Heute war ein guter Tag. Ja so ein richtig guter Tag!

Angefangen damit das Em sofort zu mir kam als ich den Paddock betreten habe und fast schon zu sagen schien: "Na da bist du ja endlich! Los lass uns raus gehen!"
Ich war begeistert. Also hab ich sie sofort raus genommen und das Wellnessprogramm gestartet. Mähne mit Spray einnebeln, dann den groben Dreck runter bürsten und dann der harte Teil. Vor ein paar Tagen habe ich mir bei Krämer einen Entfilzungskamm besorgt, da Em leider an einigen stellen so schlimm verfilzt ist, das ich da mit der normalen Bürste nicht durch kommen. Leider fand sie den Kamm an diesen Stellen so unangenehm, das ich da beim nächsten Mal vermutlich nur noch mit der Schere weiter komme :(
Allerdings schien ihr der Kamm nicht grundlegend zu missfallen, denn überall anders, wo das Fell nicht so mega verklebt war, konnte ich sie damit auch sehr gut enthaaren und jucken. Die Oberlippe wuchs ins unermessliche und zwischen durch fing sie sogar an zu sabbern :D
Zum Schluss wurden noch die Hufe ausgekratzt und Mähne und Schweif gekämmt und sie sah schon fast wieder ordentlich aus.

Nach diesem 1 Stündigen Wellnessprogramm sind wir dann wieder spazieren gegangen. Nachdem Em den Weg in Richtung Tierklinik beim letzten Mal auf der Hälfte abgebrochen hatte und einfach nicht mehr weiter wollte, war ich sehr gespannt wie weit wir diesmal kommen würden. Doch diesmal ist sie mit mir bis zur Tierklinik gelaufen ohne zu zögern. Ja heute war ein guter Tag.
Bei der Klinik angekommen habe ich sofort die Gelegenheit ergriffen und bin mit ihr zur Wage gegangen.
Mein letzter Stand vom November 2016 war ein Gewicht von etwa 110 kg. Ich bin nicht wirklich von einer großen Veränderung ausgegangen, wollte aber den aktuellen Stand wissen um dann bei Bedarf damit arbeiten zu können und auch beobachten zu können, ob sie mit der Zeit eher zu- oder abnehmen würde. Daher staunte ich nicht schlecht als Em auf der Wage stand und diese dann ganze 20 kg mehr anzeigte.
Somit sind wir bei einem Startgewicht von etwa 130 kg! Alles noch im Rahmen ;)

Anschließend sind wir dann noch in den Roundpen gegangen, in dem sie nicht lange überlegte und sich genüsslich Wälzte. Meine kleine Rumkugel hatte einen richtig guten Tag :D

Auf dem Heimweg schien ihre gute Laune dann über zulaufen, denn sie Trabte neben mir plötzlich an, wo sie sich doch sonst nicht mehr als nötig bewegte. Ich lief neben ihr her und so trabten wir ein Stück die Straße hinunter. Nach ein paar Metern setzte der erwartete Husten ein und sie fing an abzuschnauben. Als sie dann von selbst wieder durch parierte, dachte ich das sie für heute genug hätte und stellte mich wieder auf einen entspannten Heimweg ein.
Doch ich hatte mich getäuscht, und zwar so richtig^^

Plötzlich trabte sie wieder an und als ich mit lief fiel sie in den Galopp. OK, also ein bisschen rennen. Ich hatte ja dank der längeren Beine nicht das Problem mit zu halten, aber als sie dann neben mir förmlich in die Luft ging und anfing zu bocken und los zu pesen, kam ich dann doch nicht mehr mit und musste sie bremsen. Aber halt mal 130 kg davon ab rum zu rennen, wenn sie sich das erstmal in ihr kleinen Shetty-Hirn gesetzt hat. Gar nicht so einfach.
Auch wenn wir richtig Spaß hatten und ich es genoss, das sie so gute Laune hatte, durfte ich es sie nicht übertreiben lassen, da sie ja nun 1 Jahr NICHTS gemacht hat und ich nicht wollte das sie sich überanstrengt. Eigentlich wollte ich es ja langsam angehen lassen, doch heute war ihr das zu langsam ;)

Nachdem wir dann noch im Schritt gelaufen sind bis Em sich wieder beruhigt und ihre Atmung wieder normal war, sind wir zum Stall zurück gegangen, wo sie sich ihre wohl verdienten Hagebutten bei mir abholen durfte. Noch ein Mal überbürsten und Hufe säubern und dann ging es auch schon zurück auf den Paddock, wo die fleißigen Stallmenschen neues Heu bereit gelegt hatten, sodass Em sich gleich drauf stürzen konnte.

Damit war ein richtig guter Tag mit uns zu Ende und ich machte mich auf den Heimweg.

Mittwoch, 24. Januar 2018

Endlich wieder zusammen!

So... Der Plan ist geschmiedet und die ersten Schritte in Gang gesetzt. Da das ganze aber nicht von heute auf morgen passieren kann, nehme ich vorerst einmal das was ich bekommen kann. Zeit mit Em.

Dazu habe ich mir vorgenommen mich an den Tagen um sie zu kümmern, an denen ich sowieso in der Uni bin und nicht arbeiten muss. Also bin ich mit einer kleinen Grundausrüstung an Putzzeug, dem neuen Halfter und Strick nach der Vorlesung zu ihr gegangen. Sie stand grad am Heu und ließ sich ihr zweites Frühstück schmecken, als ich sie rief.
Ich war voller Vorfreude und total motiviert...und Em? Sie hatte überhaupt keine Lust^^
Es brauchte ein bisschen mehr Überzeugungsarbeit als ich gedacht hatte, doch schlussendlich ist sie dann doch mit mir nach draußen gekommen. Am Anbinder habe ich mir dann erstmal einen groben Überblick verschafft und musste schlucken... mit meiner Grundausrüstung würde ich nicht wirklich weit kommen :/ Ich hatte lediglich eine MagicBrush, eine Mähnenbürste mit Mähnenspray und einen Hufauskratzer dabei. Doch ich hätte noch so einiges mehr gebrauchen können, aber gut, das ließ sich nicht ändern. Also ran ans Werk ;)

Zu erst sprühte ich ihr die Mähne und den Schweif ordentlich mit dem Spray ein und verteilte es mit den Händen. Am liebsten hätte ich sie aber komplett gewaschen, so verklebt und schmierig wie sie aussah. Aber leider ist es dafür noch deutlich zu kalt.
Als nächstes hab ich versucht mit der MagicBrush den Dreck aus dem Fell zu bekommen, doch leider war sie so stark verfilzt, das ich mit dieser Bürste lediglich ein paar lose Haare von ihr runter bekam. Die Beine, der Bauch und die Brust waren überseht mit kleinen verfilzten Haarplatten, das es da kaum ein durchkommen gab.
Also hab ich mir die Mähnenbürste geschnappt und sie damit geputzt. Und sie hat es genossen....Die Oberlippe wurde immer länger und länger und zwischendurch schaufte sie sogar ganz zufrieden und genüsslich. Sobald ich mal eine Pause machte um zu sehen wie weit ich gekommen war, machte sie mir deutlich klar, das ich doch bitte weiter machen sollte. Also habe ich mein bestes Gegeben, doch mit den vorhandenen Putzsachen würde ich da nicht weit kommen. Zwischendurch hab ich ihr dann noch die Hufe ausgekratzt und Schweif und Mähne gekämmt. Wenigstens das klappte ganz gut.

Insgesamt habe ich knapp eine Stunde mit putzen verbracht und bin doch nur mit dem oberflächlichen Dreck fertig geworden. Doch nach einer Stunde wurde Em dann doch langsam unruhig und so beschloss ich, das es für diesen Tag genug sein sollte.
Im Anschluss an diesen kleinen Putz-Marathon sind wir noch ein bisschen spazieren gegangen. Sie lief artig mit bis sie die ungewohnte Bewegung ein wenig anzustrengen begann und wir nach etwa 20 Minuten wieder zu Stall zurück gelaufen sind.
Dort bekam sie noch 10 Hagebutten(Stiefel) und ein paar Leckerlies(Agrobs Wiesen Bussi), bevor ich sie auf den Paddock zurück brachte.

Leider war die Chefin an diesem Tag nicht da, aber ich nahm mir dringend vor mit ihr über Em zu sprechen. Ich hoffe sie erlaubt mir ein neues Blutbild machen zu lassen um ihr dann das passende Futter zukommen zu lassen. Aus dem Bauch heraus und nach dem wie ihr Fell aussah, gehe ich von akuten Natrium- und Zinkmangel aus, der schnellst möglich behoben werden sollte. Hoffentlich stimt die Chefin zu und ich kann die nötigen Mittel besorgen.

Neue Hindernisse

Da der Verein, in dem Em momentan steht, seine Pferde und Pony normaler Weise nicht verkauft, hatte ich mich schon auf einen Kampf um Em eingestellt. Egal wie, ich wollte sie da raus holen! Allerdings sollte es noch komplizierter werden als ich gedacht hatte.

Meine beste Freundin Falka möchte ihr ehemaliges Pflegepferd auch zu sich holen. Monsun ist mittlerweile 26 Jahre alt und leidet unter Ataxie und COB. Trotzdem muss er weiterhin im Schulunterricht bei den kleinen mitlaufen und Kindern das reiten beibringen. Wir sind der Meinung das er sich seinen Ruhestand mehr als verdient hat und den Lebensabend in Ruhe genießen können sollte. Daher hat Falka Kontakt mit einem der Pferdepfleger aufgenommen und ihn gebeten, sich über Em und Monsun bei der Chefin zu informieren und für uns schon mal abzuklopfen, wie das mit der Übernahme der beiden Ponys aussieht.

Neulich bekam ich dann eine Nachricht von Falka, das sie Neuigkeiten hätte, die sie mir aber lieber persönlich sagen wollte. In dem Moment lief mir der Arsch auf Grundeis. Ich hatte solche Angst, das das Thema nun gegessen wäre. Em unverkäuflich, mittlerweile tot krank oder ähnliches. Ich sah meinen Plan komplett untergehen....
Am nächsten Tag erfuhr ich dann endlich was los war. Monsun sollte trotz seiner Erkrankung noch die nächsten zwei Jahre im Schulbetrieb laufen und wäre damit unentbehrlich für den Verein. Ich war baff! Das konnten die doch nicht wirklich erst meinen? Falka hatte aber schon Plan B geschmiedet und sich die Rückendeckung von ihrer Tierärztin geholt. Als nächstes würde sie noch einmal versuchen persönlich mit der Chefin des Vereins zu sprechen, doch im Zweifel würde sie andere Maßnahmen ergreifen, um Monsun den wohl verdienten Ruhestand zu bringen.

Und Em?
Tja, Em gehört gar nicht dem Verein. Zumindest nicht komplett. Noch immer gehört sie ihrem Vorbesitzer -.-
Der Verein besitzt sie nur zum Teil und das mit der Klausel das sie nicht weiter gegeben werden darf. Ich war im ersten Moment wie versteinert, doch dann nahm ich mir vor auch dieses Hindernis irgendwie zu überwinden. Ich würde nichts unversucht lassen.
Also würde auch ich noch einmal mit der Chefin das Gespräch suchen um den Kontakt zu Em´s Besitzer zu bekommen und ihn (oder sie?) zu überzeugen Em mir zu überlassen. Aber das wird ein ziemlich hartes Stück arbeite. Ich hoffe sehr das das klappt und der Mensch sich erweichen lässt.

Bis dahin habe ich mir vorgenommen, wieder regelmäßig zu Em zu gehen. Wenigstens an den Tagen, an denen ich sowieso in der Uni und damit in der Nähe bin.
Passend dazu stand für uns die Messe "Partner Pferd" in Leipzig auf dem Plan.
Zwar gab es für Minishettys dort bei weitem nicht das Angebot wie für Großpferde, aber ich bin trotzdem fündig geworden. Ich besorgte für sie ein neues Halfter mit Stick von Mustang, Hagebutten von Stiefel und Leckerlies von Agrobs, eine Bürste und einen Hufauskratzer. Außerdem gab es ein Glücksbringer, der an ihrem neuen Halfter hängt. Ich hoffe er bringt uns Glück für die Zukunft.
Zusätzlich informierte ich mich bei den Futtermittelherstellern nach einem passenden Futtermittel und nahm die Kataloge mit um mir selbst zu Hause ein Bild über das Angebot machen zu können.

Auf das unsere Zukunft beginnt...

Dienstag, 23. Januar 2018

Große Steine liegen uns im Weg!

Die Finanzen sind die eine Seite. Ich werde mir noch einen Job besorgen und hoffe, das meine Familie mir den Rücken stärkt. Vor ein paar Jahren hätten sie schon einmal alle zusammen gelegt um mir den Traum vom eigenen Pferd zu ermöglichen. Heute bin ich froh das es sich anders entwickelt hat und ich hoffe das sie sich diesmal auch überzeugen lassen.
Die 500€ jeden Monat allein aufzutreiben, ist mir im Moment leider unmöglich, aber ich möchte Em nicht noch länger als unbedingt nötig dort lassen, wo sie so weit weg von mir ist.

In der zwischen Zeit geht mir so einiges durch den Kopf. Was mach ich mit ihr, wenn ich sie da raus bekommen habe? Welcher Stall? Welches Futter? Welcher Tierarzt? und so weiter....
Ich will auf alles vorbereitet sein, wenn ich meiner Familie von meinem Plan erzähle. Da müssen alle "Was ist, wenn...?" und "Wie hast du dir....vorgestellt?" vorher gut durchdacht sein. Nur so werde ich meine Familie überzeugen können.

Da mein Freund und ich nun endlich eine neue und wesentlich günstigere Wohnung gefunden haben, werde ich allein schon an der Miete jeden Monat 100€ sparen :) Zusätzlich mit einem weiteren Minijob, sollte das meiner Familie zeigen, das ich gewillt bin ALLES zu tun, um mein Ziel zu erreichen.

In welchen Stall sie kommen soll habe ich mir auch schon überlegt, doch letztendlich wird das Urteil vom Tierarzt ausschlaggebend sein, welcher Stall für Em das beste ist. Bisher stehen zwei zur Auswahl, die natürlich beide ihre Vor- und Nachteile haben.

Stall 1:
> Offenstall mit insgesamt 14 Ha, davon 7 Ha Sommerweide (ca 8 Stunden täglich ), 4 Ha Paddocktrail und ca 3 Ha in kleine Wiesen unterteilt (zum Beispiel fürs Anweiden oder für Nachts)
> Heu 24/7 mit guter bis sehr guter Qualität
> Gemischt Herde mit verschiedenen Rassen (Shetty, Isi, PRE, Haflinger Mecklenburger,...), insgesamt maximal 15 Pferde
> Täglich 2x Fütterung von Kraftfutter bzw Zusatzfutter
> Entfernung von mir zu Hause ca 10 Minuten mit dem Auto, keine Verbindung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln
> Da ich dort Arbeite, bin ich mindestens 5 Tage die Woche da
> Es gibt einen Reitplatz, Roundpen und eine kleine Halle
> Leider kaum Möglichkeit zu separieren bei Krankheit, keine Notfallbox o.ä.

Stall 2:
> Offenstall mit ca 1 Ha Fläche, kleine Wiese für den Sommer (ca 2 Stunden am Tag)
> Heu 24/7 mit guter bis sehr guter Qualität
> Gemischt Herde mit verschiedenen Rassen bis 1,50m Stockmaß (Tinker, DRP,...), maximal 6 Pferde
> Fütterung von Zusatzfutter durch mich
> Entfernung von mir zu Hause ca 30min mit dem Auto oder 1,5 Stunden mit den Öffis, Bus hält fast vor dem Stall
> zeitlich könnte regelmäßig 3-4 mal pro Woche da sein
> Es gibt einen Reitplatz und einen Roundpen
> Notfallbox bzw separieren kein Problem
> Meine beste Freundin hat dort ihr Pferd stehen!

Aus dem Bauch heraus würde ich sie gern in Stall 1 stellen, allerdings weiß ich nicht, ob ihr die viele Wiese wirklich gut tut oder sie krank macht.  Aber bevor das entschieden wird, muss sie erstmal komplett von oben bis unten durchgecheckt werden, damit ich weiß woran ich bin...

Freitag, 19. Januar 2018

Plane den Plan

So nun hab ich es mir in den Kopf gesetzt Em zu kaufen!

Allerdings soll sich dieses Projekt als nicht ganz so einfach herausstellen wie man meinen könnte. Aber dazu später mehr.

Vorerst muss man sich ja mal überlegen was man denn so braucht, vor allem finanziell, um ein Pferd halten zu können. Dazu habe ich mir mal eine Liste gemacht mit Kosten die regelmäßig und meistens monatlich auf mich zukommen würden. Ich habe mal alle kosten aufs monatliche runter gerechnet um eine bessere Übersicht zu bekommen, was ich jeden Monat zurücklegen muss um im Fall der Fälle genug Geld da zu haben.

Da Em Cushing und COB hat, braucht sie Medikamente und sollte wegen der Hufrehegefährdung alle 4 Wochen dem Schmied vorgestellt werden.
Die Stallmiete ist für einen Offenstall und die Preise liegen in meiner Umgebung so zwischen 200€- 300€, also habe ich mal den Mittelwert genommen.
Die anderen Werte habe ich von meiner Freundin bekommen, die das mit ihrem eigene Pferd schon durch hat und daher habe ich das mal als Richtwerte genommen.

Stall: 250€ / Monat

Schmied: 20€ / Monat (Die meisten Schmiede nehmen für die ganz kleinen durchaus nur 20€)

Versicherung: 40€ / Monat (Haftpflicht, OP-Versicherung)

Wurmkur: 2€ / Monat (Je nach dem ob man 1, 2 oder sogar 4 mal im Jahr entwurmt)

Impfung: 5€ / Monat (Kommt auf die Impfungen an)

Zahnarzt: 15€ / Monat (Sollte mind. 1x im Jahr zur Kontrolle kommen)

Osteopath: 10€ / Monat (Ebenfalls mind. 1x jährlich zur Kontrolle)

Futter: 30€ / Monat (Grade Zusatzfutter und Spezialfutter können schnell ins Geld gehen)

Medikamente: 50€ / Monat (Cushingmedikamente sind sehr teuer)

Rücklagen: 50€ / Monat (Wichtig für Notfälle!)

Gesamt: 457€ / Monat !!!

Puh... da kommt doch schon ganz schön was zusammen!

Aber woher nehmen, wenn nicht stehlen?

Als weiteres Hindernis kommt noch dazu, das der Verein in dem Em momentan noch steht die Pferde EIGENTLICH nicht verkauft. Es wird also eine ziemliche Herausforderung Em da raus zu eisen. Ob ich das schaffe?


Donnerstag, 18. Januar 2018

Das Leben geht seine Wege...

Oh man...

Jetzt ist es schon bald ein Jahr her seid ich aufhören musste mit Em zu arbeiten. Die Entfernung von zu Hause zum Stall ist einfach zu weit. Ich fahre fast zwei Stunden hin und wieder zurück. Das war einfach nicht machbar für mich. Neben dem Studium habe ich noch zwei Jobs, die mich mehr oder weniger die ganze Woche beanspruchen. Und damit ich mein Studium nicht komplett in den Sand setze, muss ich auch irgendwann noch lernen. Es tat mir in der Seele weh Em nicht mehr sehen zu können  und ich konnte sie auch die ganze Zeit nicht aus meinem Kopf kriegen. Aber wie das Leben nunmal so ist, musste ich meinen Weg gehen... ohne sie :(

Aber ohne Em weiter machen? Die ganze Zeit habe ich mich gefragt wie es ihr wohl geht, ob sie jemand anders pflegt und sich kümmert. Doch ich hatte keine Zeit. Und ehrlich gesagt habe ich mich auch nicht getraut zwischendurch mal nach ihr zu sehen, was mir ständig ein schlechtes Gewissen eingebracht hat. Ich bin ein schlechter Mensch. Und sie fehlt mir so sehr....

Mitlerweile bin ich an einem Punkt angekommen, an dem ich sage: Ohne Em? Nein danke!
Doch das Problem mit der Entfernung bleibt weiter bestehen. Wie soll ich es denn neben meinen zwei Jobs und dem Studium noch schaffen, wenigstens zwei mal pro Woche die zwei Stunden hin und Rückfahrt unter zubekommen?

Aber erstmal habe ich es geschafft sie zu besuchen.
Mittlerweile steht sie auf einem anderen Paddock mit mehr Platz und mehreren Pferden zusammen. Außerdem bekommt sie nun mehr Heu. Aber wer kümmert sich um sie? ... Niemand!
Den dortigen Pferdepflegern nach, wollte und konnte sich keiner um sie kümmern. Die Kinder haben Angst vor ihr und die großen wollen alle reiten. Was soll man denn mit so einem Zwerg machen?
Also steht sie nur rum. Wäre ansich ja gar nicht mal so schlimm, wenn sie nicht chronisch krank wäre. Auch bekommt sie wohl keine Medikamente mehr, weil der Verein sich das nicht mehr leisten kann.
Ich war geschockt als ich sie sah und es brach mir das Herz. Das Fell struppig und glanzlos, die Hufe schlecht (oder gar nicht) gemacht und trotz des vielen Heu wirkte sie zu dünn. Als ich sie rief, drehte sie zwar den Kopf zu mir, legte aber auch gleich die Ohren an und wollte von mir nichts wissen.
Sie war sauer (und enttäuscht) und das zu recht. Sie musste ja denken das ich sie im Stich gelassen hatte. Recht hatte sie.

Als ich ging hatte ich nur noch einen Gedanken. Ich muss wieder zu Em!

Doch wie sollte das gehen?
Ich sprach mit meinem Freund und meiner besten Freundin und wir waren uns einig das es "nur" an der Entfernung liegt. Würde sie in einem Stall stehen der in meiner Umgebung liegt, könnte ich mich wieder ausgiebig mit ihr beschäftigen. Aber ob die Besitzerin sie einfach so umstellen würde?
Meiner besten Freundin kam noch eine bessere Idee. Ich solle Em kaufen. Dann könnte ich bestimmen wo sie steht und dafür sorgen das es ihr nie wieder schlecht geht.

Somit startete das Projekt: Ich kaufe Em!